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Gemeinde Nothweiler
Ortsbürgermeister
Kurt Görtler
Lembacherstraße 11
76891 Nothweiler / Pfalz
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Letzter Sa des Monats
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ab 15 Uhr im DGH

Mai bis November:
Jeden 2.Sa des Monats
Flammkuchen-Essen im Schützenhaus

Geschichten

• Wie Nothweiler zu seinem Namen kam
• Sankt Georg in Nothweiler
• Die Schlacht am Mäuerle im Jahr 1793
• Graf Zeppelins Husarenritt
• Die Wegelnburg
• Die Geschichte vom Eisenerzbergwerk St. Anna Stollen
• Buchtipp - Chronik 1304-2004 "700 Jahre Nothweiler"


Wie Nothweiler zu seinem Namen kam

Im Landesarchiv Speyer befindet sich eine Kopie eines Erbvertrages aus dem Stadtarchiv Linz/Österreich, woraus zu ersehen ist, dass die Güter des Conrad Puller, einem bekannten Minnesänger, auf der Hohenburg seinen beiden Söhnen Johannes und Conrad aufgeteilt wurden. Auf dieser Urkunde ist das Jahr 1316 zu lesen.

Eine andere Urkunde, die den Verkauf von Vieh besiegelt, weist ein Datum von 1304 auf. Eine andere Version erzählt vom Kloster Weißenburg, dass es in Nothweiler schon eine Ansiedlung vor dem Jahr 1000 n.Chr. gegeben hat, die auf Niederschriften früherer Lehrer begründet ist. Diese hatten immer wieder ältere Bürger befragt, die berichteten, dass viele Kranke in Nothweiler Heilung suchten, die aus dem Lochbrunnen, eine Quelle unterhalb vom Kolbenberg, das stark erzhaltige Quellwasser tranken. Als Dank für Genesungen hat man aus Spenden eine Wallfahrtskirche gebaut, die den 14 heiligen Nothelfern geweiht war.

Ob diese Geschichte auf Dichtung oder Wahrheit beruht, darüber kann nur spekuliert werden. Ganz frei wurde auch die Anzahl der 14 Nothelfer halbiert und diese Wahlfahrtsgeschichte auf sieben Schweizer Familien übertragen. Im ersten Schultagebuch heißt es: "Da kamen sieben Familien aus der Schweiz und siedelten sich an. Die Namen dieser Familien sind heute noch vorhanden: Görtler, Grüny und Kochert. Die Heilquelle wurde nun bald bekannt. Viele Kranke kamen und suchten Heilung. Auch sonst halfen die sieben Familien den Leuten aus der Not. Überall hießen die Familien bald: die sieben Nothelfer. Und da nur wenige Häuser hier waren, hiess das Dörflein alsbald Nothelfersweiler und dann "Nothweiler".
Quelle: Frau Algner-Hesselmann

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St. Georg in Nothweiler

Dass ein Kreuz oder eine Jesusdarstellung das Innere einer Kirche ziert, das ist selbst in protestantischen Kirchen keine Seltenheit mehr. Doch ein Schwein wird man wohl kaum als Wandzierde vorfinden. Außer in Nothweiler.

Wer die ehemals reformierte Kirche betritt, dessen Blick fällt unweigerlich auf das Wandgemälde hinter dem Altar. Adolf Doerner, ein Schüler Rolf Müller-Landaus, hat es geschaffen und das Gleichnis vom verlorenen Sohn abgebildet. Der Vater nimmt mit weit ausgesteckten Armen den Lebemann wieder auf, der sich abgewandt und sein Vermögen verprasst hatte. Als Sauhirte musste er sich durchschlagen, hungrig und reumütig kehrt er wieder zurück. Not kannten die Nothweilerer selbst.

Das heute so liebevoll herausgeputzte Dorf hat in seiner Geschichte manche Verwüstung und Entbehrung erlebt. So wurde die Vorgängerkirche - dem heiligen Georg geweiht - mitsamt dem Dorf am Ende des 17. Jahrhunderts niedergebrannt. 1736 entstand dann die kleine reformierte Kirche aus rotem Sandstein, die erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts ihren weißen Anstrich erhielt. Rund 100 Jahre früher wurde der 28 Meter hohe Turm gebaut, von dessen schiefergedecktem Dach ein goldener Hahn über das Dorf blickt.
Quelle: Ev. Kirchengemeinde Schönau - Rumbach

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Die Schlacht am Mäuerle im Jahr 1793

Um Bundenthal, Nothweiler und Rumbach hatten die Franzosen einen befestigten Kampfplatz. Sie lagerten "auf dem Beißenberg", auf dem Gipfel des sogenannten Mäuerle, auf dem Weihenbühl und dem Söller. Am 10.September 1793 näherten sich die Verbündeten von Dahn her mit 4000 Mann morgens um 3 Uhr den Vorposten von Bundenthal. Als diese bei einem Erkundungsritt erfahren hatten, wie stark die französischen Stellungen bei Bundenthal, Rumbach und Nothweiler waren, ließen sie durch den Kurier Graf von Wurmser in Freckenfeld von der Übermacht des Feindes wissen. Daraufhin wurde durch den kaiserlichen Oberbefehlshaber der ungarische General Graf von Pejacsewich aus den Stellungen bei Niederhorbach und Barbelroth bei Bergzabern mit weiteren 3000 Mann und 6 Kanonen nach Dahn abgeordnet. In Dahn wurde das Lager mit Zelten aufgeschlagen und alsbald die französischen Stellungen ausgekundschaftet.

Am 12. September begann dann die Schlacht von Bundenthal rund ums Mäuerle, die mehrere Tage dauerte. Die Franzosen mussten überstürzt ihre Schanzen und Lager verlassen, weil sie des nachts von den Feinden überrascht worden waren. Sie flohen panikartig in Richtung Nothweiler und durch das enge Litschbachtal am Fuße der Wegelnburg, Hohenburg und Löwenstein vorbei nach Wingen und Lembach zurück. Auch das Lager bei der St.-Anna-Kapelle bei Niederschlettenbach wurde preisgegeben und die Soldaten wurden den Litschbach aufwärts nach Nothweiler getrieben und durch das Dentetal bis zur Tannenbrücke am Eingang des Steinbachtales zurückgeschlagen. Die Franzosen ließen über 250 Tote und 700 Verletzte zurück. Eine große Anzahl von Waffen und Lebensmittel sowie fünf Kanonen auf dem Mäuerle, Kuhnenkopf und Beißenberg wurden erbeutet. Die Franzosen waren geschlagen.

Die Schlacht von Bundenthal ist in die französische Geschichte als "Combat de la Chapelle Sainte Anne" (Schlacht bei der St.-Anna-Kapelle) eingegangen. Die Einwohner von Bundenthal, Rumbach und Nothweiler nennen sie "Schlacht am Mäuerle". Der durch die Gemeinde Bundenthal aufgestellte Gedenkstein auf dem Kirchhof ist eine stete Erinnerung an diese Schlacht im September 1793. Ergänzend dazu hat der Pfälzer Waldverein zum 200-jährigen Gedenken ebenfalls einen Stein an der Westseite des Mäuerle, am nassen Buckel, errichtet.
Quelle: Frau Algner-Hesselmann

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Graf Zeppelins Husarenritt

Am 25. Juli 1870 wurde der damalige Dragonerhauptmann Graf von Zeppelin von einer nach der Kriegserklärung bei Kandel aufmarschierten badischen Division zu einer Aufklärungspatrouille kommandiert, um die Stärke der im Raum Hagenau-Bitsch bereitgestellten französischen Armee zu erkunden. Für die wenige Tage später stattgefundenen erfolgreichen Schlachten bei Weißenburg und Wörth war diese Erkundung eine gute Vorbereitung.

Wie gekannt, wurde der aus zwölf Mann bestehende Reitertrupp auf dem Schirlenhof bei Reichshofen von einer ganzen Eskadron französischer Chassours á Cheval angegriffen, wobei mehrere Dragoner fielen und die übrigen in Gefangenschaft kamen. Dem Grafen Zeppelin gelang es, die Kette der Einschließer zu durchbrechen und auf einem erbeuteten Pferde bei Hirschthal die pfälzische Grenze zu erreichen. Am Platz, wo Graf Zeppelin wieder deutschen Boden betrat, steht ein mächtiger Baum, der später "Zeppelin-Buche" genannt wurde. Diese ist heute noch bei Hirschthal zu sehen.Von dort ritt der Graf durch die Hirtenbach nach Hirschthal, von da durch den Hirtsgrund über das Erzplätzel an der Wegelnburg vorbei nach Nothweiler, wo er Rast machte.

Die Überlieferung der älteren Dorfbevölkerung berichtet, dass der Großvater des Landwirtes Karl Hoffmann behilflich war, das Pferd des Reiteroffiziers am Dorfbrunnen zu tränken. Dieser Brunnen heißt seit über 100 Jahren "Zeppelinbrunnen".

So hat Nothweiler durch diese historische Begebenheit auch in geschichtlicher Hinsicht eine gewisse Berühmtheit erlangt.
Quelle: Frau Algner-Hesselmann

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Die Wegelnburg

Der vorhandene Baubestand läßt auf eine Erbauung in der ersten Hälfte des 13.Jahrhunderts schließen. Die erste Erwähnung der Wegelnburg erfolgt indirekt über die Nennung eines Reichsdienstmannes namens "B. von Woeglenburc" im Jahre 1246. Die Historiker Peter Müller und Thomas Biller erwägen jedoch auch die Möglichkeit, dass die Wegelnburg eine weitere Gründung der Herren von Fleckenstein ist.

Der ansässige Burgmann, Albert von Geroldseck - eingesetzt von den Fleckensteiner, die zu dieser Zeit wahrscheinlich auch die Wegelnburg in Besitz hatten, hatte sich dem Raubrittertum schuldig gemacht. Truppen der Stadt Strasburg, angeführt vom elsässischen Landvogt Otto von Ochsenstein, belagern 1272/82 die Burg und mussten die Burg an das Reich zurückgeben. 1304 wird Siegfried von Wegelnburg urkundlich und als Burggraf wird 1305 Johannes von Dahn erwähnt. 1322 untersteht die Burg der Landvogtei Hagenau. 1330 Kaiser Ludwig der Bayer verpfändet die Burg an seine Neffen Pfalzgraf Rudolf II. und Pfalzgraf Ruprecht I. und geht in kurpfälzischen Besitz über.1338 fällt die Burg Pfalzgraf Rudolf II. zu. Zu dieser Zeit gehören die Dörfer Hirschthal, Nothweiler und Rumbach zum Amt Wegelnburg. 1410 Kurfürst Ludwig IV. von der Pfalz wird Besitzer der Burg. 1417 tauscht Ludwig IV. von der Pfalz die Burg mit seinem Bruder Herzog Stephan von Zweibrücken. 1452 gehört zum Amt zusätzlich der Hof Schönau.

1679 wird die Burg durch die franz. Truppen Monclars zerstört. 1689 wird die Burg im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch die Truppen Melacs derart zerstört und deshalb auch kein Wiederaufbau mehr erfolgte.
Nach 1945 geht die Burg in den Besitz des Landes Rheinland-Pfalz über.
Quellen: LV Speyer, KV Pirmasens, Gemeinde Nothweiler

Weitere Infos: Geschichte, Lage, Beschreibung der Wegelnburg

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Die Geschichte vom Eisenerzbergwerk St. Anna Stollen

Pfalzgraf Stephan von Pfalz-Zweibrücken kaufte etwa 1452 den Ort Schönau von der Benediktiner Abtei St. Walburg im Hagenauer Forst und stellte ihn unter die Verwaltung des Amtes Wegelnburg. Kurze Zeit später, 1493, tritt erstmals der Eisenhüttenbetrieb der Gebrüder Weyl aus Hagenau in Schönau auf. Damit treten auch die Eisenerzvorkommen bei Nothweiler, die ebenso wie die Gänge von Fleckenstein, Bobenthal, Niederschlettenbach und Erlenbach bis zur Stillegung der Hütte in Schönau mit diesem Werk stets verbunden sind, in die Wirtschaftsgeschichte der Südpfalz ein. Die jeweiligen Landesherren legten aber erst den Grundstein für die Entwicklung des Eisenerzbergbaus und der Hüttenindustrie in der Südpfalz. Durch die Hütten und Hämmer in Altleinigen, Wattenheim, Eisenberg, Winnweiler, Trippstadt und Schönau kam das "Pfälzische Revier" zur höchsten Blüte, nachdem die so bedeutende Familie Gienanth die schon vorhandenen Gruben und Hütten aufkaufte und neu gründete. Hierzu gehörte auch das ab 1835 vom bayrischen Königshaus erworbene Eisenhüttenwerk Schönau mit der dazugehörigen Erzgrube bei Nothweiler.

Unter Ludwig von Gienanth wurde 1838 das heutige Besucherbergwerk angesetzt. Diese Jahreszahl finden wir am vorhandenen Gedenkstein am Mundloch des St. Anna-Stollens. Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung begann vor über 100 Jahren der Niedergang der Eisenindustrie in der Eifel, im Hunsrück und auch in der Südpfalz. So mussten auch die Gienanth'sehen Werke nach und nach ihre Hütten auf Gießereibetriebe umstellen. Im Werk Schönau aber gingen die Hochöfen aus und somit war das Schicksal des Eisenbergwerkes Nothweiler besiegelt. Die Grube wurde im Jahr 1883, nach etwa 50-jähriger Förderung, aufgelassen.

Erst in den 70er Jahren sollte man wieder allerorts von dem Eisenerzbergwerk Nothweiler hören. Im Frühjahr 1976 begannen fleißige Nothweiler Bürger mit den ersten Aufräumungsarbeiten an und in der Erzgrube. Über 1000 freiwillige Arbeitsstunden waren erforderlich um die Gänge zu räumen und die Schächte abzusichern. Verschiedene Zuschüsse ermöglichten es, dass wasserdichte Kabel verlegt und in 27 m Tiefe ein Geländer errichtet werden konnte. Lampen strahlen die Grube bis auf den Grund aus und lassen die Gänge hell erscheinen. Der Eingang wurde mit Buntsandsteine übermauert.

Der rheinland-pfälzische Wirtschafts- und Verkehrsminister Heinrich Holkenbrink eröffnete am 22. Juli 1978 die Jahrhundert alte Erzgrube Nothweiler als St. Anna-Stollen und Schaubergwerk offiziell für Besucher. Die Planungen erstellte das Bergamt Bad Kreuznach. Die technischen Anlagen wurden von Fachfirmen installiert. Durch die Initiative und dem unermüdlichen Einsatz Nothweiler Bürger konnte ein Stück Geschichte erhalten bleiben.
Quelle: Frau Algner-Hesselmann

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Buchtipp - Chronik 1304-2004 "700 Jahre Nothweiler"

Chronik 1304-2004 NothweilerAusführliche Informationen über unser Dorf finden Sie in der Chronik 1304-2004 "700 Jahre Nothweiler" (399 Seiten). Geschichte und Geschichten eines idyllischen Grenzdorfes in der Südwestpfalz von Lothar Degen und Heinz Biehler.

Herausgeber: Heimatverein Nothweiler

Bezugsquelle:
Ortsbürgermeister Kurt Görtler
Lembacherstraße 11
76891 Nothweiler / Pfalz
Tel. 06394-1223

 

 

 

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